Kommentar: Das Hoffenheimer „Kasperl-Theater“

Die TSG Hoffenheim geht ihren erfolgreichen Weg mit Andreas Schicker weiter – und das ist nicht weniger als logisch.

Was war passiert?

Schon seit Jahren versucht die TSG, einen harmonischen Weg in der Führungsetage zu finden. Einen Weg, der Gesellschafter Dietmar Hopp, den Verein und die Fans zufriedenstellt – bisher vergebens. Zu groß sind die Machtkämpfe um Einfluss und Entscheidungsgewalt. Zuletzt versuchte der ehemalige Ultra der Fanszene und zweiter Vorsitzende des e.V. Christoph Henssler, Andreas Schicker vom Geschäftsführer zum Sportchef herabzustufen. Schicker machte früh deutlich, dass eine Rückstufung für ihn nicht infrage komme und er im eintretenden Fall sein Amt komplett niederlegen würde.

Henssler geht, Schicker bleibt!

Mäzen Dietmar Hopp stellte sich klar hinter Andreas Schicker, ebenso große Teile des Klubs. Auch mehrere Spieler bekannten sich nach dem 1:5 in München öffentlich zum Österreicher. Am Ende zog Henssler seinen Antrag zurück und legte sein Amt nieder. Die beste Entscheidung im Sinne des Vereins, denn man muss sich die Frage stellen …

… wie kann man so blöd sein, Andi Schicker infrage zu stellen?

Die TSG spielt ihre zweitbeste Saison der Vereinsgeschichte. Sie befindet sich (Stand 11. Februar) auf dem dritten Tabellenplatz und damit auf Kurs Richtung Champions League. Kurzer Reminder: In der vergangenen Saison wären die Kraichgauer beinahe abgestiegen! Im Sommer hatte Schicker eine Mannschaft zusammengestellt, die funktioniert, Rollen akzeptiert und Verantwortung übernimmt. Und das, obwohl die TSG im Sommer keine großen Argumente hatte, um Spieler für den Verein zu begeistern. Man kann die Arbeit von Andi Schicker gar nicht hoch genug loben!

Gerade in einer Phase, in der es sportlich funktioniert, wäre eine Trennung das falsche Signal gewesen – mit möglicherweise fatalen Folgen für den gesamten Verein. Die Mannschaft zeigt Woche für Woche, wie Harmonie und Klarheit auf dem Platz aussehen können. Hoffenheim hat nach schwierigen Zeiten Struktur gefunden – auf dem Platz, in der Kabine und in der Zusammenarbeit zwischen Schicker, Ilzer und der Mannschaft. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer Entscheidungen. Stellt euch vor, diese Klarheit gäbe es auch dauerhaft in den Entscheidungsstrukturen des Vereins. Was wäre dann alles möglich?

Zu Christoph Henssler lässt sich sagen: Schuster, bleib bei deinen Leisten. Unterstütze deine Mannschaft im Stadion, lebe deine Emotionen, sei weiterhin kritisch – das gehört dazu. Aber die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass zu viel Einflussnahme selten Stabilität bringt. Wer glaubt, größer zu sein als das große Ganze, verliert den Blick für das Wesentliche.

Was meint ihr, liebe DENGOATZ-Leser: Kehrt bei der TSG nun endlich Ruhe ein?

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