Sportsfreund der Woche: Der gemeine HSV-Fan

Ein jeder Hamburger stellt sich schon in Kindheitstagen die Gretchenfrage: Rothosen oder Kiezkicker? Volkspark oder Millerntor? HSV oder St. Pauli?

Wer es mit dem einstigen „Bundesligadino“ hält, hat im letzten Jahrzehnt wohl mehr durchgemacht, als jeder andere Fan in ganz Fußballdeutschland. Auf den Abstieg im Jahr 2018, folgte eine lange Zeit des sportlichen Stillstands. In sieben Jahren Zweite Liga, wurde der Wiederaufstieg mehrmals denkbar knapp verpasst. Eine Dürreperiode, die für jeden Anhänger nur schwer zu ertragen gewesen sein dürfte. Selbst sog. „Laptoptrainer“ wie Tim Walter oder Hannes Wolf vermochten es nicht, die Fanseele mit der sportlichen Rückkehr ins Fußballoberhaus zu besänftigen.

Den Aufstieg brachte letztlich ein Pferd aus dem eigenen Stall: Merlin Polzin. Fannah, greifbar, eben ein waschechter Hamburger Junge. Die aktuelle Saison bereitet den Anhängern jedoch abermals Sorgenfalten. Der HSV steckt mit noch drei Punkten Vorsprung auf Platz 16 im Abstiegskampf. Das widerspricht dem Selbstverständnis des Vereins und der Fans. Man sehnt sich zurück nach den Magaths, den Barbarezs und den Van der Vaarts vergangener Tage.

Die Realität dieser Tage heißt jedoch Jean-Luc Dompé. Dieser war vergangenen Sonntag mit 1,4 Promille am Steuer erwischt worden. Es folgte prompt die Suspendierung seitens des Vereins – eine Baustelle abseits des Platzes, die vor dem ersten Bundesligatopspiel nach ewigen Jahren, kaum unpassender sein könnte. Wie gut, dass der Gegner FC Bayern München heißt, nicht wahr liebe Hamburger…?

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