Es gibt im Fußball Geschichten mit Happy End. Und dann gibt es die von Marc-André ter Stegen…
Champions-League-Sieger. Kapitän des FC Barcelona. Einer der konstant besten Torhüter seiner Generation. Die Fußballwelt weiß seit Jahren, was er kann – und trotzdem sitzt er in der Nationalmannschaft über ein Jahrzehnt lang auf der Bank.
Nicht, weil er schlecht wäre. Sondern weil vor ihm ein Denkmal namens Manuel Neuer stand, der unantastbar war.
Vier Turniere. Null Minuten.
EM 2016: Bank. WM 2018: Bank. WM 2022: Bank. EM 2024: Bank.
Während andere Keeper für kleinere Klubs spielen und trotzdem gesetzt sind, wartet ter Stegen weiter. Und fragt sich irgendwann zwangsläufig: Was muss ich eigentlich noch tun?
Endlich die große Chance!
Im Sommer 2024 scheint die Antwort endlich da zu sein. Neuer tritt zurück, Julian Nagelsmann macht ter Stegen zur deutschen Nummer eins. Die WM 2026 soll ihm gehören. Mit 34 Jahren bekommt er endlich die Chance, auf die er so lange hingearbeitet hat.
Dann schlägt das Schicksal zu
September 2024, Barcelona gegen Villarreal. Eine harmlose Flanke, ein falscher Schritt – Patellasehne gerissen. Ein Moment, der alles verändert. Monate der Reha folgen, die Uhr läuft gnadenlos weiter.
Als ter Stegen im Sommer 2025 zurückkehrt, hat der FC Barcelona ihn längst abgeschrieben. Joan García ist die Nummer eins, Szczęsny die Zwei. Der ehemalige Kapitän findet sich plötzlich als Nummer drei wieder. Als wäre er austauschbar. Als hätte seine Geschichte im Klub nichts mehr gezählt.
Im Januar 2026 bleibt nur noch ein letzter Versuch. Ohne Spielpraxis keine WM, machen Nagelsmann und Völler klar. Ter Stegen wechselt zu Girona, einem Abstiegskandidaten. Vom FC Barcelona zu Girona – sportlich ein Absturz, emotional ein letzter Strohhalm.
Das erste Spiel macht Hoffnung, ter Stegen rettet in letzter Sekunde den Punkt. Vier Tage später folgt der nächste Rückschlag: Oberschenkelverletzung. Wieder bleibt er liegen. Wieder das Gefühl: Das gibt es doch nicht…
Operation, monatelange Pause, keine WM-Vorbereitung im März. Selbst ein Comeback im Frühjahr wäre ein Risiko – für ihn und für den Bundestrainer. Rudi Völler sagt: „Er kann einem nur leidtun.“
Und genau das trifft es. Nicht, weil ter Stegen schlecht wäre – im Gegenteil. Sondern weil ihm das Glück immer wieder im entscheidenden Moment fehlt.
DENGOATZ meint:
…Marc-André ter Stegen ist die ärmste Sau im Weltfußball. Zwölf Jahre lang stand ihm Manuel Neuer im Weg – nicht aus Bosheit, sondern weil er schlicht außergewöhnlich gut war. In einem anderen Land wäre ter Stegen längst Nationalmannschafts-Legende.
Aber auch so ist er bereits eine Legende. Mit Titeln, mit Erfolgen, mit einer Karriere, die Respekt verdient. Ob er bei der WM 2026 noch im Tor steht oder nicht – wir wünschen ihm einen Abschied, der einem Weltklasse-Torwart würdig ist.
Gute Besserung, MAtS. Du hast es verdient!


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