DFB-Kader: Klopp sendet klare Füllkrug-Botschaft und überrascht mit 17-Jährigem

Jürgen Klopp hat seinen zweiten Kader als Bundestrainer nominiert. Für die beiden abschließenden Nations-League-Partien gegen Serbien und die Niederlande setzt der 59-Jährige auf 24 Spieler. Während Niclas Füllkrug nach mehr als einem Jahr in die Nationalmannschaft zurückkehrt, sorgt vor allem ein 17-Jähriger für Aufmerksamkeit. Gleichzeitig müssen einige bekannte Namen diesmal zuschauen.

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Vom XXL-Aufgebot zum klaren Schnitt: Klopp musste Entscheidungen treffen

Bei seiner ersten Nominierung hatte Klopp noch mit einem 44 Spieler umfassenden Aufgebot gearbeitet. Diesmal ist der Kreis deutlich kleiner: 24 Profis sollen die letzten beiden Gruppenspiele des Jahres bestreiten.

Der Bundestrainer selbst sprach von einem „bunten Mix aus sehr jung und durchaus erfahren“. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Auswahl nicht einfach gewesen sei. Es gebe wieder mehr Spieler, die eine Nominierung verdient hätten. Dass einige diesmal leer ausgehen, gehört für Klopp offenbar zum Wettbewerb innerhalb der Mannschaft.

Besonders interessant ist deshalb nicht nur, wer dabei ist, sondern auch, wer diesmal fehlt. Unter anderem stehen Nick Woltemade, Karim Adeyemi, David Raum, Ridle Baku und Anton Stach nicht im Aufgebot. Bei anderen Spielern wie Jamal Musiala, Serge Gnabry und Josha Vagnoman sind Verletzungen der Grund für die Pause.

Klopp setzt wieder auf Füllkrug

Die wohl deutlichste Botschaft der Kaderbekanntgabe geht an Niclas Füllkrug. Der 33-Jährige hat sich mit seinen Leistungen bei Werder Bremen zurück in den Kreis der Nationalmannschaft gespielt. Zwölf Tore in zehn Pflichtspielen sprechen eine klare Sprache. Allein in der Bundesliga kommt der Angreifer bereits auf neun Treffer.

Klopp ließ bei seiner Begründung keinen Zweifel daran, wie viel er vom Bremer hält. Füllkrug habe einen unglaublichen Einfluss auf das Spiel – nicht nur wegen seiner Tore, sondern auch durch seine Art aufzutreten. Seine Erfahrung sei für die Mannschaft besonders wertvoll.

Noch deutlicher wurde der Bundestrainer mit einem Satz, der durchaus aufhorchen lässt:

“

Wenn morgen Europameisterschaft wäre, würden wir ihn natürlich mitnehmen, ist ja gar keine Frage.

Jürgen Klopp Über die Rückkehr von Niclas Füllkrug zur Nationalmannschaft

Kontakt zwischen Klopp und Füllkrug habe es bereits vor einigen Wochen gegeben. Dabei sei allerdings nichts versprochen worden. Die jetzige Nominierung sei angesichts seiner Leistungen relativ leicht gefallen.

Für Füllkrug ist die Rückkehr damit eine echte Chance. Er muss sich nicht erst über große Worte empfehlen, sondern kann genau dort weitermachen, wo er bei Werder aufgehört hat: mit Toren und einer Präsenz, die der deutschen Offensive zuletzt nicht immer anzusehen war.

Wael Mohya: Mit 17 Jahren plötzlich im Kreis der Großen

Neben Füllkrug steht ein Name im Aufgebot, der für eine ganz andere Geschichte sorgt. Wael Mohya von Borussia Mönchengladbach ist gerade einmal 17 Jahre alt und wurde erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert.

Der Offensivspieler hatte zuvor bereits für die deutsche U21 gespielt. Nun darf er sich erstmals im Kreis der A-Auswahl präsentieren. Klopp begründete seine Entscheidung damit, dass es nicht viele 17-Jährige gebe, die bereits in der Bundesliga spielen. Mohya mache seine Sache gut.

Klopp will sich auch ein Bild abseits des Platzes machen

Interessant ist dabei, dass der Bundestrainer den Youngster nicht direkt mit einer großen Erwartungshaltung belastet. Klopp erklärte, man habe sich mit Mohyas Familie darauf verständigt, ihn zunächst eine Woche lang kennenzulernen. Dabei gehe es auch darum, zu sehen, wie sich der Teenager auf und neben dem Platz verhalte.

Das ist ein spannender Ansatz: Mohya bekommt die Möglichkeit, Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln, ohne dass direkt eine tragende Rolle von ihm erwartet wird.

Auch Brajan Gruda steht wieder im Aufgebot. Der Leipziger hatte im Oktober verletzungsbedingt absagen müssen und wartet wie Finn Jeltsch weiterhin auf sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.

Diese 24 Spieler hat Klopp nominiert

Tor

Alexander Nübel
Jonas Urbig
Marc-André ter Stegen

Abwehr

Nathaniel Brown
Waldemar Anton
Finn Jeltsch
Maximilian Mittelstädt
Nico Schlotterbeck
Philipp Treu
Jonathan Tah
Malick Thiaw

Mittelfeld

Tom Bischof
Brajan Gruda
Said El Mala
Joshua Kimmich
Lennart Karl
Wael Mohya
Felix Nmecha
Aleksandar Pavlović
Derry Scherhant
Florian Wirtz

Angriff

Younes Ebnoutalib
Niclas Füllkrug
Kai Havertz
24 Spieler im Aufgebot

Für das DFB-Team geht es jetzt um mehr als einen gelungenen Jahresabschluss

Die beiden kommenden Begegnungen sind sportlich enorm wichtig. Deutschland steht in der Nations-League-Gruppe nach vier Partien mit fünf Punkten nur auf Rang drei. Die Niederlande und Griechenland liegen mit jeweils acht Zählern davor. Nur die beiden besten Mannschaften erreichen das Viertelfinale.

Am Freitag, 13. November, geht es zunächst auswärts gegen Serbien. Anstoß in Belgrad ist um 20:45 Uhr. Drei Tage später wartet in Berlin das Duell mit den Niederlanden. Auch diese Partie beginnt um 20:45 Uhr.

Das Hinspiel gegen Serbien konnte Deutschland mit 2:0 gewinnen. Gegen die Niederlande gab es zum Auftakt ein 1:1. Jetzt muss Klopp zeigen, dass seine Auswahl nicht nur auf dem Papier funktioniert.

Nations League: Die aktuelle Tabellen

Nations League 2026/27 – Tabelle

Gruppe A

# Mannschaft Sp. S U N Tore TD Pkt.
1
Frankreich
4 3 1 0 7:2 +5 10
2
Italien
4 2 1 1 8:5 +3 7
3
Belgien
4 2 0 2 6:5 +1 6
4
Türkei
4 0 0 4 2:11 -9 0

Gruppe B

# Mannschaft Sp. S U N Tore TD Pkt.
1
Niederlande
4 2 2 0 7:5 +2 8
2
Griechenland
4 2 2 0 5:3 +2 8
3
Deutschland
4 1 2 1 3:2 +1 5
4
Serbien
4 0 0 4 3:8 -5 0

Gruppe C

# Mannschaft Sp. S U N Tore TD Pkt.
1
Spanien
4 4 0 0 12:5 +7 12
2
England
4 3 0 1 14:3 +11 9
3
Kroatien
4 1 0 3 4:14 -10 3
4
Tschechien
4 0 0 4 2:10 -8 0

Gruppe D

# Mannschaft Sp. S U N Tore TD Pkt.
1
Portugal
4 4 0 0 9:4 +5 12
2
Dänemark
4 2 0 2 7:7 0 6
3
Norwegen
4 1 0 3 6:8 -2 3
4
Wales
4 1 0 3 2:5 -3 3

Hier geht es zum Spielplan der Nations League.

DENGOATZ meint

An Niclas Füllkrug kam Jürgen Klopp angesichts seiner bisherigen Saison eigentlich gar nicht vorbei. Dafür waren die Leistungen des Bremer Stürmers schlicht zu stark und seine Treffsicherheit zu beeindruckend. Einen echten Neuner, der diese Qualitäten mitbringt, gibt es im deutschen Fußball schließlich nicht gerade wie Sand am Meer.

Wir sollten endlich damit aufhören, bei jeder Nominierung zuerst über das Alter eines Spielers oder vermeintlich fehlende Alternativen zu diskutieren. Entscheidend muss sein, wer zum jeweiligen Zeitpunkt Leistung bringt und der Mannschaft tatsächlich helfen kann. Ein Spieler kann heute außer Form sein und deshalb zu Recht fehlen, wenige Monate später aber plötzlich in bestechender Verfassung sein.

Jürgen Klopp wird seine Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus treffen. Er wird beobachten, abwägen und am Ende diejenigen nominieren, von denen er überzeugt ist. Wir sollten ihm diesen Spielraum geben und ihm zunächst einmal vertrauen – DENGOATZ tut das!

Bei 84 Millionen Bundestrainern im Land ist sein Job schließlich ohnehin nicht immer beneidenswert…

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