Bundesliga Prognose 2026 – Teil 2: Wer wackelt, wer rettet sich – und wen es erwischt

Platz 13: 1. FC Köln

Der 1. FC Köln kann mit Platz 13 am Ende der Saison absolut zufrieden sein. Unter Lukas Kwasniok ist eine Mannschaft entstanden, die eine gesunde Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Führungsspielern verkörpert. Mit Said El-Mala haben die Geißböcke einen echten Shootingstar hervorgebracht – sportlich ein Unterschiedsspieler, perspektivisch auch wirtschaftlich enorm wertvoll für den Verein. Gerade gegen einige Topteams hat der FC bewiesen, dass er nicht nur mithalten, sondern phasenweise das Spiel selbst bestimmen kann. Die Entwicklung zeigt klar nach oben – und wenn Köln diesen Weg konsequent weitergeht, darf man optimistisch in die kommende Saison blicken.

Platz 14: Borussia Mönchengladbach

Bei kaum einem Klub ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit derzeit so spürbar wie bei Borussia Mönchengladbach. Natürlich wiegt der Ausfall von Tim Kleindienst schwer – ein Stürmer dieses Kalibers ist kaum eins zu eins zu ersetzen. Trotzdem bleibt unter dem Strich eine Saison, die den eigenen Erwartungen nicht gerecht wird. Platz 14 ist für einen Traditionsverein mit diesen Möglichkeiten schlicht zu wenig. Die Fans sehnen sich nach mehr als Abstiegskampf-Atmosphäre und Mittelmaß – sie wollen wieder europäische Nächte, wieder Relevanz im oberen Tabellendrittel. Vielleicht in der nächsten Saison liebe BMG-Fans.

Platz 15: VfL Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg sucht seit Jahren nach einer klaren Identität – nach einem Weg, der nachhaltig trägt. Doch der aktuelle Kurs wirkt weder eindeutig noch langfristig durchdacht. An den finanziellen Möglichkeiten mangelt es in der Autostadt bekanntermaßen nicht. Vielmehr geht es um Struktur, Strategie und eine erkennbare sportliche Idee. Genau hier setzen auch die Zweifel vieler Fans an – insbesondere mit Blick auf die Kaderzusammenstellung. Ein stabiles Grundgerüst ist mit Spielern wie Amoura, Arnold, Jenz und Grabara durchaus vorhanden. Qualität ist also da. Doch Qualität allein ersetzt kein klares Konzept. In dieser Saison mag es noch reichen, um solide durchzukommen. Der kommende Sommer sollte jedoch intensiv genutzt werden – um sportliche Strukturen zu schärfen, Hierarchien zu definieren und dem Verein endlich eine nachvollziehbare Richtung zu geben.

Platz 16: SV Werder Bremen

Es bricht einem fast das Herz, wenn man an die großen Zeiten des SV Werder Bremen zurückdenkt. Aílton, Johan Micoud, Diego, Miroslav Klose, Ivan Klasnić – Namen, die für Glanz, Titelträume und Offensivfußball standen. Die Liste der prägenden Persönlichkeiten ist lang. Mit Blick auf den Kader 2025/26 sucht man – je nach Perspektive – vergeblich nach einem Spieler mit ähnlicher Strahlkraft. Clemens Fritz und die sportliche Führung stehen vor einer Grundsatzaufgabe: Werder muss wieder zu seiner DNA zurückfinden. Mutiger Fußball, klare Philosophie, Identifikation – und vor allem ein Weg, den Verein, Trainerteam, Mannschaft und Fans gemeinsam tragen. Die Grün-Weißen gehören weiter nach oben. Die aktuelle Situation könnte sie aber erst einmal in die Relegation führen.

Platz 17: 1. FC St. Pauli

Der 1. FC St. Pauli geht mit einem Kader in die Saison, der im Bundesliga-Vergleich an vielen Stellen an seine Grenzen stößt. Rein nominell zählen die Kiezkicker – aus unserer Sicht – gemeinsam mit Heidenheim zu den am dünnsten besetzten Teams der Liga. Umso bemerkenswerter ist die Arbeit von Alexander Blessin. Dass St. Pauli über weite Strecken konkurrenzfähig geblieben ist, spricht klar für die Arbeit des Trainers. Im nächsten Jahr wird es vorerst kein Hamburger Derby mehr in der Bundesliga geben.

Platz 18: 1. FC Heidenheim

Leider wird es die Heidenheimer in dieser Saison erwischen. Der FCH erzielt zu wenige Tore und stellt gleichzeitig eine der anfälligsten Defensiven der Liga – eine Kombination, mit der es im Abstiegskampf erfahrungsgemäß extrem schwer wird. Und trotzdem: Gemessen an den finanziellen Möglichkeiten ist das, was in Heidenheim seit 2023 erreicht wurde, außergewöhnlich. Bundesliga-Fußball und internationale Abende in der kleinen Stadt Heidenheim hat viele Menschen in ganz Deutschland begeistert. Großen Respekt verdient auch der Umgang mit der Trainerfrage. Frank Schmidt steht sinnbildlich für Kontinuität und Identifikation. Dass seine Personalie selbst in schwierigen Phasen nie ernsthaft infrage gestellt wird, ist im heutigen Profigeschäft alles andere als selbstverständlich. Unabhängig vom sportlichen Ausgang kann der Verein stolz auf seinen Weg sein. Wir ziehen den Hut vor dem FCH

Bundesliga 2025/26: Die Tabelle nach dem 23. Spieltag

Pl. Team Sp. S U N Tore Diff. Pkt.
1Bayern München23193185:21+6460
2Borussia Dortmund23157149:22+2752
3TSG Hoffenheim23144549:30+1946
4VfB Stuttgart23134644:32+1243
5RB Leipzig23125644:32+1241
6Bayer 04 Leverkusen22123743:28+1539
7SC Freiburg2396834:37-333
8Eintracht Frankfurt2387846:49-331
91. FC Union Berlin2377929:37-828
10FC Augsburg23841128:41-1328
11Hamburger SV2268825:32-726
121. FC Köln23661133:39-624
131. FSV Mainz 0523571126:38-1222
14Bor. Mönchengladbach23571126:39-1322
15VfL Wolfsburg23551333:49-1620
16FC St. Pauli23551322:40-1820
17Werder Bremen23471223:44-2119
181. FC Heidenheim23351522:51-2914

Hier gehts zu Teil 1:

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