…1900?
Im Mai 1900 gründen 18 Gymnasiasten den 1. FC Nürnberg, der zu Beginn als reiner Rugby-Club gilt. Bereits ein knappes Jahr später beschließen die Mitglieder ihn in einen Fußballverein zu verwandeln. Bis heute hat der fränkische Club neun mal die Deutsche Meisterschaft und vier mal den DFB-Pokal gewonnen und gehört damit zu den erfolgreichsten Vereinen Deutschlands.
Der Club dominiert in den Goldenen Zwanzigern
Die erfolgreichste Phase in der Vereinsgeschichte sind die 1920er-Jahre. Die Nürnberger spielen einen – für die damalige Zeit – progressiven und modernen Fußball und sichern sich gleich fünf deutsche Meisterschaften. Hauptverantwortlich für den Erfolg ist Alfréd Schaffer, der als Mittelstürmer und Trainer der Mannschaft fungiert. Der gebürtige Ungar kombiniert deutsche Tugenden mit spielerischen Elementen aus seiner Heimat, ohnehin gilt Ungarn bis weit in die Fünfziger Jahre als eine der führenden Fußballnationen Europas.
Neben dem 1. FC Nürnberg gilt zur damaligen Zeit ausgerechnet die SpVgg Fürth, der Erzrivale des Glubbs, als eine der Top-Adressen im deutschen Fußball. Zeitweise stellen die beiden Vereine den kompletten Kader der deutschen Nationalmannschaft. Der Fußball-Pionier Walther Bensemann, der am Aufbau zahlreicher Vereine im Deutschen Kaiserreich beteiligt gewesen war, gründet im Jahr 1920 das erste deutsche Fußballmagazin: Der „Kicker“ hat seither seinen Hauptsitz in Nürnberg.
Nürnberg feiert die ersten DFB-Pokal-Siege
Die folgenden Jahrzehnte verlaufen weniger erfolgreich für den Verein. Im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wird der Fußball zwangsläufig zur Nebensache.
Die Stadt Nürnberg gilt als Hochburg der NSDAP. Nach und nach werden Juden aus dem Verein ausgeschlossen. So muss u.a. der jüdische Cheftrainer Jeno Konrád den Verein verlassen: Er flieht 1932 mit seiner Familie nach Wien.
Unter dem neuen Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten, kommt es ab der Saison 1933/34 zu einer Neuordnung des Ligensystems im Reich: Fortan treten die Mannschaften landesweit in 16 Gauligen an. Unter Erfolgstrainer Schaffer, gewinnt der 1. FCN eine weitere deutsche Meisterschaft (1936) und holt sich zwei mal den Sieg im nationalen Pokal (1935 und 1939). Zur damaligen Zeit heißt der heimische Pokal-Wettbewerb noch „Tschammer-Pokal“, erst nach dem Zweiten Weltkrieg ruft der Verband den „DFB-Pokal“ ins Leben.
Vom Gründungsmitglied zum Ausbildungsverein
Trotz anfänglicher Skepsis stimmt der Verein im Jahr 1963 der Gründung der neuen Fußball-Bundesliga zu: 16 Vereine aus den Oberligen Nord, West, Südwest, Süd und Berlin bilden von nun an die oberste deutsche Spielklasse. Seither verbrachte der 1. FC Nürnberg den Großteil im deutschen Fußball-Oberhaus, konnte jedoch nie an die eigenen Goldenen Zeiten vergangener Jahrzehnte anknüpfen. Seit dem überraschenden DFB-Pokal-Sieg im Jahr 2007 wartet der Verein auf einen Titel, in der Bundesliga spielte man zuletzt in der Saison 2018/2019.
Heute verbindet man den fränkischen Club in erster Linie mit einer exzellenten Jugendarbeit. Immer wieder durchlaufen junge Talente die Nachwuchsleistungszentren des 1. FCN und nutzen den Verein als Sprungbrett für ihre weitere Karriere, prominente Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind u.a. Jamie Leweling, Finn Jeltsch oder Nathaniel Brown. Die diesjährige Saison wird der Club im bedeutungslosen Mittelfeld der zweiten Liga abschließen, historisch gesehen zu wenig für einen solch großen Verein. Der fränkische Anspruch muss sein, sich wieder dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren.
1. FC Nürnberg: Die nationalen Erfolge des Clubs
Deutsche Fußballmeisterschaft (9)
1920, 1921, 1924, 1925, 1927, 1936, 1948, 1961, 1968
Deutscher Pokal (4)
1935, 1939, 1962, 2007


[…] Was geschah eigentlich heute (04.05.) im Jahr… […]