Platz 7: Eintracht Frankfurt
Furios gestartet, stark nachgelassen und Neustart mit neuem Trainer!
Einiges los bei Eintracht Frankfurt in dieser Saison. Nach den erfolgreichen Jahren zuvor endete die Ära von Dino Toppmöller abrupt. Zwischenzeitlich stellte die SGE die Schießbude der Liga – ein Bild, das so gar nicht zum eigenen Anspruch passen wollte. Der ehemalige Co-Trainer von Julian Nagelsmann bekam die defensiven Probleme nicht in den Griff und musste nach 121 Spielen als Cheftrainer seine Koffer packen.
Auf ihn folgte der Spanier Albert Riera. Um seine Verpflichtung wurde viel diskutiert, vieles davon negativ. Doch jedem Trainer sollte man zunächst die faire Chance geben, seine Idee zu implementieren. Und Sportvorstand Markus Krösche hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er bei Personalentscheidungen ein gutes Händchen besitzt. Rieras Ansprachen scheinen anzukommen, seine Handschrift wird sichtbar. Zwei Siege aus den ersten vier Spielen, nur eine Niederlage – und die ausgerechnet knapp mit 2:3 gegen den FC Bayern München. Die Richtung stimmt.
Albert Riera und Eintracht Frankfurt könnten sich tatsächlich als Perfect Match erweisen. Sollte die Entwicklung anhalten, wird mit der SGE in der kommenden Saison wieder ernsthaft zu rechnen sein.
Platz 8: SC Freiburg
Eine langweilige Saison für den SC Freiburg – und das ist als Kompliment gemeint!
Beim SC Freiburg ist in dieser Spielzeit vieles wie gewohnt – nur ohne große Ausschläge nach oben oder unten. Die ganz große Euphorie bleibt aus, die Krise allerdings auch. Die Breisgauer liefern erneut das, wofür sie seit Jahren stehen: Stabilität, Struktur und mannschaftliche Geschlossenheit.
Nach den erfolgreichen Jahren mit regelmäßigen Europapokal-Teilnahmen war klar, dass nicht jede Saison ein Höhenflug werden kann. Der SCF bewegt sich im gesicherten Mittelfeld – ohne Abstiegssorgen, aber auch ohne dauerhaften Kontakt zu den internationalen Plätzen. Und genau hier stellt sich die Frage: Ist das bereits das neue Normal oder lediglich ein Übergangsjahr?
Auch nach dem Abschied von Christian Streich im Sommer ist seine Handschrift noch erkennbar. Mit Julian Schuster hat ein langjähriger Wegbegleiter übernommen – als Spieler geprägt vom Verein, als Co-Trainer gereift. Der Übergang verlief geräuschlos. Freiburg verteidigt kompakt, arbeitet intensiv gegen den Ball und bleibt ein unangenehmer Gegner für nahezu jedes Team der Liga.
Was besonders auffällt: Diese Mannschaft wirkt nie instabil. Selbst nach Rückschlägen bricht sie nicht auseinander. Das spricht für die Hierarchie im Kader und für die ruhige, nachhaltige Arbeit im Verein. Während andernorts schnell Unruhe entsteht, bleibt man im Breisgau seinem Weg treu.
Ein Ausreißer nach oben ist jederzeit möglich – ein Absturz nach unten hingegen kaum vorstellbar. Der SC Freiburg bleibt das, was er sich über Jahre erarbeitet hat: ein unbequemer, seriöser Bundesligist mit klarer Identität.
Langweilig? Vielleicht.
Aber genau diese Langeweile ist in Freiburg ein Qualitätsmerkmal.
Platz 9: FC Augsburg
Wer hätte das gedacht? Wir tatsächlich nicht.
Nach dem Saisonstart mit Sandro Wagner und großen Ambitionen wäre der FC Augsburg mit Platz neun vermutlich zufrieden gewesen. Nach der frühzeitigen Trennung von Wagner und der Rückkehr von Manuel Baum als Cheftrainer hätte den Fuggerstädtern diese Tabellenregion wohl kaum jemand zugetraut – uns eingeschlossen.
Doch Manuel Baum hat den FCA stabilisiert. Fünf Siege aus den ersten sechs Rückrundenspielen – Vereinsrekord! Augsburg wirkt gefestigt, diszipliniert und effizient. Und mit Rodrigo Ribeiro scheint man im Winter einen echten Glücksgriff gelandet zu haben. Der 20-jährige Stürmer kam per Leihe von Sporting Lissabon, kann im Sommer jedoch für rund fünf Millionen Euro fest verpflichtet werden. Zwei Tore in seinen ersten vier Spielen sprechen eine klare Sprache. Hält er dieses Niveau, dürfte sich die Ablöse schnell als echtes Schnäppchen erweisen.
Chapeau, FC Augsburg!
Platz 10: Hamburger SV
Viele HSV-Fans hätten sich in dieser Saison wohl mehr als Platz zehn erhofft. Doch die Realität sieht anders aus.
Ja, der HSV ist ein großer Verein mit großer Tradition. Ja, der HSV verfügt über einen guten Kader. Aber: Mit Rang zehn sollten die Verantwortlichen in Hamburg durchaus zufrieden sein. Nach sieben Jahren in der 2. Bundesliga kann und muss sich eine Entwicklung Schritt für Schritt vollziehen – und genau das tut sie.
Mit Luka Vuskovic und Fabio Vieira hat der Verein zwei echte Glücksgriffe gelandet. Beide dürften im Sommer allerdings nur schwer zu halten sein. Vuskovic ist von Tottenham ausgeliehen, Vieira vom FC Arsenal – Qualität, die Begehrlichkeiten weckt.
Ganz ohne Nebengeräusche verlief die Saison dennoch nicht. Die Leihe von Lukas Perez wurde vorzeitig beendet. Trainer Merlin Polzin setzte stattdessen auf Routinier Daniel Heuer Fernandes im Tor – eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erwiesen hat. Der 33-Jährige spielt eine starke Saison und hat mit wichtigen Paraden bereits einige Punkte gesichert. Auch die Alkoholfahrt von Jean-Luc Dompe warf kein gutes Licht auf den Verein – sportlich jedoch blieb die Mannschaft stabil.
Die Rothosen gehen mit einem gefestigten Fundament in die kommende Spielzeit. Und wer weiß – vielleicht klopfen sie schneller an Europas Tür, als es derzeit viele erwarten.
Willkommen zurück in der Bundesliga, HSV!
Platz 11: 1. FC Union Berlin
Unaufgeregt. Unbequem. Union.
Union Berlin steht nicht für Spektakel, sondern für Leidenschaft. Nun ja – Steffen-Baumgart-Fußball eben, könnte man sagen. Union zeigt auch in dieser Saison viel von dem, wofür der Verein seit Jahren steht: Leidenschaft, körperlicher Einsatz und ein Spielstil, der für jeden Gegner unangenehm ist. Dafür braucht es allerdings die passenden Spielertypen. In Sachen Kadertiefe gehört Union sicherlich nicht zur Spitzengruppe der Liga. Doch als geschlossene Einheit können die Köpenicker nahezu jedem Gegner Paroli bieten. Bestes Beispiel: Am 10. Spieltag trotzte Union als erste Mannschaft dem FC Bayern München beim 2:2-Unentschieden Punkte ab.
Insgesamt bleibt Union Berlin ein Verein mit klarer Identität – kein Überflieger, aber auch keiner, der sich von Rückschlägen aus der Bahn werfen lässt. Man kann diese Spielzeit als solide bezeichnen: Union bleibt Bundesliga-Konstante, ohne dabei groß zu glänzen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt. In einer Liga, in der vieles schnell überdreht, überbewertet oder überhypt wird, schafft Union das Kunststück, einfach stabil zu sein.
Platz 12: 1. FSV Mainz 05
Vermutlich eine der mutigsten Prognosen der gesamten Reihe!
Der FSV Mainz 05 stand in der Hinrundentabelle mit nur zwölf Punkten auf dem vorletzten Rang – punktgleich mit dem 1. FC Heidenheim. Die Überflieger der Vorsaison erlebten einen Horrorstart. Über Wochen bewegte sich der FSV am Tabellenende, wirkte verunsichert, ideenlos, teilweise fast schon abgeschlagen.
Dabei begann die Spielzeit mit einer klaren Idee. Erfolgstrainer Bo Henriksen stand für mutigen, frischen Offensivfußball, für Tempo und Emotionalität – schließlich führte er die Mainzer in der Vorsaison sogar in die Conference League. Doch der Ansatz griff nicht mehr. Zu viele Gegentore, zu wenig Balance, zu wenig Kontrolle. Mainz verlor die Stabilität – und die Verantwortlichen das Vertrauen in ihren Trainer.
Es folgte der radikale Stilbruch: Urs Fischer übernahm. Ein Trainer der alten Schule beim FSV Mainz 05? Viele waren skeptisch. Wo Henriksen für Risiko stand, bringt Fischer Struktur, Disziplin und defensive Ordnung. Kein Spektakel, sondern Absicherung. Kein Hurra-Fußball, sondern Pragmatismus – und genau das funktionierte.
Der Feuerwehrmann brachte Ruhe in den Verein, neues Vertrauen in die Mannschaft – und plötzlich auch wieder Punkte. Überraschend früh konnte sich Mainz von den Abstiegsrängen lösen. Nach einer Hinrunde am Limit war das alles andere als selbstverständlich.
In unserer DENGOATZ-Prognose landet Mainz am Ende auf Platz 12 – ein Rang, der nach Platz 17 zur Winterpause fast wie ein kleines Wunder wirkt.
Mutige Prognose? Vielleicht, aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt!

