Nach der 1:3-Niederlage beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim haben die Köpenicker kurz vor Mitternacht den Cheftrainer Steffen Baumgart entlassen. Zudem gab der Hauptstadtklub bekannt, dass Marie-Louise Eta bis zum Saisonende übernimmt.
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Steffen Baumgart entlassen
Nach einer schwachen Vorstellung von Union Berlin beim Auswärtsspiel am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga haben die Verantwortlichen der Eisernen Steffen Baumgart entlassen. Heidenheim gewann das Spiel verdient mit 3:1 und feierte damit erstmals seit 15 Spielen wieder einen Sieg.
Mathias Honsak brachte Heidenheim mit einem Doppelpack mit 2:0 in Führung. Nach dem Anschlusstreffer von Leopold Querfeld stellte Bodo Zivzivadze nur drei Minuten später den Endstand her.
Union Berlin steht nach 29 Spielen mit 32 Punkten im Tabellenmittelfeld. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ist mit elf Punkten auf den direkten Abstiegsrang und sieben auf den Relegationsplatz eigentlich komfortabel.
Wieso muss Baumgart dann gehen?!
Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Union spielt keine überragende, aber eine solide Saison. Man hatte über den gesamten Verlauf nichts mit den Abstiegsrängen zu tun. Nach oben ging allerdings auch nie wirklich etwas. Wenn man sich den Kader anschaut, könnte man sagen: Genau da gehört Union aktuell auch hin.
Also warum der Trainerwechsel? Vermutlich war nicht nur die 1:3-Pleite in Heidenheim entscheidend. Viele Fans der Eisernen forderten schon seit Wochen die Entlassung von Steffen Baumgart. Der 54-Jährige lasse zu langweilig spielen, zu viel Kick & Rush. Man passe sich zu sehr an den Gegner an, eine klare Handschrift sei kaum zu erkennen.
Ganz ehrlich: Genau dafür steht Union doch eigentlich, oder? Unangenehm zu bespielen, eklig in den Zweikämpfen, zweite Bälle, Leidenschaft. Und genau das überschneidet sich ziemlich genau mit der Spielweise von Baumgart. Und für dominanten Ballbesitzfußball oder Spektakel fehlt Union einfach die Qualität.
In einer Zeit, in der Trainer extrem schnell austauschbar geworden sind, kommt die Entscheidung am Ende trotzdem nicht wirklich überraschend. Geschäftsführer Horst Heldt begründete den Schritt so: „Wir spielen eine absolut enttäuschende Rückrunde und lassen uns vom Tabellenstand nicht blenden. Unsere Lage ist nach wie vor bedrohlich und wir benötigen dringend Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern.“
Nach zwei Siegen aus den letzten 14 Spielen fehlte den Verantwortlichen am Ende wohl der Glaube an den Turnaround.
Die Bilanz unter Steffen Baumgart bei Union Berlin
| Spiele | Siege | Remis | Niederlagen | Tore | Punkte | PPS |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 51 | 16 | 14 | 21 | 64:85 | 62 | 1,22 |
Marie-Louise Eta übernimmt
Auf Baumgart folgt bis zum Saisonende Marie-Louise Eta. Die 34-Jährige trainierte bisher die U19 von Union Berlin. Im Sommer übernimmt sie planmäßig die Frauenmannschaft in der Bundesliga. „Ich freue mich, dass Marie-Louise Eta sich bereit erklärt hat, diese Aufgabe interimistisch zu übernehmen, bevor sie im Sommer wie geplant Cheftrainerin der Profifrauenmannschaft wird“, sagte Heldt.
Bereits im November 2023 stand Eta an der Seitenlinie der Köpenicker – damals als Co-Trainerin, nachdem Urs Fischer entlassen worden war und Marco Grote interimsweise übernommen hatte. Jetzt ist sie Cheftrainerin. Und damit die erste Frau an der Seitenlinie einer Bundesliga-Männermannschaft!
Wer ist Marie-Louise Etwa überhaupt?
Marie-Louise Eta wurde am 7. Juli 1991 in Dresden geboren, aufgewachsen ist sie aber in Berlin – und genau dort hat ihre Fußballreise richtig Fahrt aufgenommen. Früh war klar: Da ist mehr als nur ein Hobby.
Ihre Ausbildung erhielt sie beim 1. FFC Turbine Potsdam – und wer sich damals mit Frauenfußball beschäftigt hat, weiß: Das war eine absolute Top-Adresse. Ab 2008 spielte sie mit 17 Jahren bereits für die erste Mannschaft.
2010 gewann sie mit Turbine Potsdam die Champions League. Dazu kommen drei deutsche Meisterschaften und zwei Siege im DFB-Hallenpokal. Der ganz große Durchbruch blieb trotzdem aus.
Am 1. Juli 2011 wechselte Eta zum Hamburger SV. Nachdem der HSV ein Jahr später seinen Rückzug aus der Frauen-Bundesliga bekannt gab, schloss sie sich dem BV Cloppenburg an. Dort folgten Aufstieg und Abstieg. 2014 ging es weiter zu Werder Bremen in die 2. Bundesliga. Für Deutschland durchlief sie sämtliche U-Nationalmannschaften bis zur U23. Für die A-Nationalmannschaft reichte es nicht. Zum Ende der Saison 2017/18 beendete sie im Alter von nur 26 Jahren ihre aktive Karriere.
Nach ihrer Karriere blieb sie dem Fußball treu. Bei Werder Bremen startete sie ihre Laufbahn als Trainerin, meist als Co-Trainerin, arbeitete unter anderem mit der U13 und U14, sammelte Erfahrungen beim DFB (ebenfalls als Co-Trainerin) und machte ihre Pro-Lizenz.
Im Frühjahr 2023 wechselte sie zu Union Berlin. Zunächst erneut als Co-Trainerin der U19 unter Marco Grote, später übernahm sie selbst die Mannschaft als Cheftrainerin. Aktuell steht die U19 von Union in der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga auf dem letzten Platz.
Im Sommer soll sie eigentlich die Frauen übernehmen – jetzt steht sie plötzlich an der Seitenlinie in der Bundesliga.
Union Berlin und Marie-Louise Eta: Mutig oder Risiko?
Vermutlich beides. Marie-Louise Eta ist die erste Frau als Cheftrainerin in der Bundesliga. Viel zu verlieren, hat Union Berlin mit der aktuellen Tabellensituation eigentlich nicht. Auch wenn Horst Heldt die Lage als bedrohlich beschreibt, muss er ja irgendein Argument liefern, um Steffen Baumgart zum jetzigen Zeitpunkt freizustellen. Mit 32 Punkten und noch fünf Spielen vor der Brust wird Union den Klassenerhalt sehr wahrscheinlich schaffen, egal mit welchem Trainer oder welcher Trainerin.
Trotzdem setzen die Eisernen ein klares Zeichen. Erste Frau als Cheftrainerin bei einem Bundesligisten – das ist ein Moment, der bleibt. Ob man das gut oder schlecht findet, ist letztlich jedem selbst überlassen und ob das sportlich langfristig funktionieren würde, ist eine andere Frage.
Was meint Ihr: Wie verläuft das Kapitel Männer-Bundesliga unter Marie-Louise Eta bei Union Berlin? Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare!
Bundesliga 2025/26: Die aktuelle Tabelle
| Pl. | Team | Sp. | S | U | N | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Bayern München | 29 | 24 | 4 | 1 | 105:27 | 78 | 76 |
| 2 | Borussia Dortmund | 29 | 19 | 7 | 3 | 60:29 | 31 | 64 |
| 3 | RB Leipzig | 29 | 17 | 5 | 7 | 56:36 | 20 | 56 |
| 4 | VfB Stuttgart (P) | 28 | 16 | 5 | 7 | 56:38 | 18 | 53 |
| 5 | Bayer 04 Leverkusen | 29 | 15 | 7 | 7 | 59:39 | 20 | 52 |
| 6 | TSG Hoffenheim | 29 | 15 | 6 | 8 | 57:43 | 14 | 51 |
| 7 | Eintracht Frankfurt | 29 | 11 | 9 | 9 | 54:54 | 0 | 42 |
| 8 | SC Freiburg | 28 | 10 | 7 | 11 | 41:47 | -6 | 37 |
| 9 | 1. FSV Mainz 05 | 28 | 8 | 9 | 11 | 35:43 | -8 | 33 |
| 10 | FC Augsburg | 29 | 9 | 6 | 14 | 36:53 | -17 | 33 |
| 11 | 1. FC Union Berlin | 29 | 8 | 8 | 13 | 33:50 | -17 | 32 |
| 12 | Hamburger SV (N) | 28 | 7 | 10 | 11 | 32:41 | -9 | 31 |
| 13 | Bor. Mönchengladbach | 29 | 7 | 9 | 13 | 35:49 | -14 | 30 |
| 14 | Werder Bremen | 28 | 7 | 7 | 14 | 31:49 | -18 | 28 |
| 15 | 1. FC Köln (N) | 28 | 6 | 9 | 13 | 40:49 | -9 | 27 |
| 16 | FC St. Pauli | 29 | 6 | 7 | 16 | 25:50 | -25 | 25 |
| 17 | VfL Wolfsburg | 29 | 5 | 6 | 18 | 39:65 | -26 | 21 |
| 18 | 1. FC Heidenheim | 29 | 4 | 7 | 18 | 32:64 | -32 | 19 |


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War ja klar, dass sowas aus Berlin kommt… naja eine faire Chance hat sie trotzdem verdient!
Sehe da bei der Tabelle auch wenig Risiko
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