Was geschah eigentlich heute (20.04.) im Jahr…

…2025?

Werner Lorant, langjähriger Trainer des TSV 1860 München, stirbt im Alter von 76 Jahren im oberbayrischen Wasserburg am Inn. Lorant zählt auch heute noch zu den prägendsten und schillerndsten Figuren, die die Bundesliga je gesehen hat. Nach einer soliden Karriere als Spieler, entwickelte sich der gebürtige Westfale zu einem der besten Trainer in Deutschland.

Werner „Beinhart“ Lorant

Die Profikarriere von Lorant beginnt im Jahr 1969 beim damaligen Zweitligisten Westfalia Herne. Bereits in frühen Jahren gilt er als „Raubein“, das gerne mal die Grenzen des Erlaubten überschreitet. Technische Mängel kompensiert er mit Wille, Leidenschaft und unermüdlichem Ehrgeiz. Bereits nach zwei Jahren wird Borussia Dortmund auf ihn aufmerksam und verpflichtet den zweikampfstarken Mittelfeldspieler. Nach zwei Spielzeiten für den BVB, zieht es Lorant zum Bundesliga-Aufsteiger Rot-Weiss Essen. Mit insgesamt 116 absolvierten Begegnungen, ist Lorant einer von sieben Essener Spielern in der Geschichte mit mehr als 100 Bundesligapartien.

Während dieser Zeit, ist er nebenher als Trainer für den SC Westtünnen im Einsatz und entdeckt den damals 24-jährigen Horst Hrubesch, der sich anschließend für einen Wechsel nach Essen entscheidet und somit zu seinem Mitspieler wird. Nach einem kurzen Gastspiel in Saarbrücken in der Saison 1977/78, zieht es Lorant weiter zu Eintracht Frankfurt, seiner wohl erfolgreichsten Station als Spieler. Mit den Hessen gewinnt er den UEFA-Cup 1980 und den DFB-Pokal 1981.

In der folgenden Saison läuft Lorant für den FC Schalke 04 auf, ehe er nach einer weiteren Saison im Trikot von Hannover 96, seine Profikarriere beendet.

Steiler Aufstieg als Trainer

Die eigentliche Trainerkarriere von Lorant beginnt im Jahr 1984 beim SV Heidingsfeld, einem Verein aus dem Süden Würzburgs. Ab 1986 ist er als Spielertrainer für den 1. FC Schweinfurt 05 tätig, mit dem ihm 1990 der Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga gelingt. Auch die kommende Station kann Lorant erfolgreich gestalten: Mit Viktoria Aschaffenburg gewinnt er 1992 die Meisterschaft in der Oberliga Hessen.

Im Sommer 1992 beginnt die prägendste Zeit seiner Trainerkarriere. Der TSV 1860 München, der gerade in die drittklassige Bayernliga abgestiegen ist, verpflichtet Lorant und steigt unter seiner Ägide innerhalb von zwei Jahren in die 1. Bundesliga auf. 1997 führt Lorant die Sechziger in die Qualifikation für den UEFA-Cup, wo die Löwen jedoch an Rapid Wien scheitern. Im Jahr 2000 schaffen die Löwen einen sensationellen 4. Platz in der Liga, scheitern jedoch in der Qualifikation zur Champions League an Leeds United. Die anschließende UEFA-Cup Saison endet für 1860 gegen den AC Parma.

Ende bei 1860 und Stationen im Ausland

In der Saison 2001/02 kommt es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Cheftrainer Lorant und Präsident Wildmoser. Im Anschluss an eine 1:5 Derby-Niederlage gegen den FC Bayern, wird Lorant nach neun Jahren als Cheftrainer entlassen. Die Ära Lorant zählt zu den Erfolgreichsten in der Geschichte des Clubs aus dem Münchener Stadtteil Giesing.

Nach seiner Zeit in Deutschland, heuert Lorant bei den verschiedensten Vereinen weltweit an. Mehrmals zieht es ihn in die Türkei, wo er u.a. für Fenerbahçe Istanbul tätig ist, hinzu kommen Trainerstationen in Südkorea, Zypern oder dem Iran und kurzweilige Jobs in Deutschland.

Wahrnehmung in der Öffentlichkeit

Das Erbe von Werner Lorant geht weit über das Sportliche hinaus. Seine kantige und raue Art prägte die Bundesliga auf eine einzigartige Art und Weise. Den Spitznamen „Werner Beinhart“ erhielt er u.a. durch etliche cholerische Aussagen, die immer wieder lange Spielsperren oder Geldstrafen nach sich zogen. Regelmäßig legte er sich mit gegnerischen Akteuren, Offiziellen oder Pressvertretern an. Lorant nahm kein Blatt vor den Mund und musste sich regelmäßig der Sportgerichtsbarkeit stellen.

Sowohl als Spieler als auch als Trainer, genoss Lorant den Respekt aller Beteiligten. Felix Magath bezeichnete ihn als „einen der härtesten Gegenspieler, die ich je hatte“. Ehemalige Spieler Lorants wie Jens Jeremies, Thomas Häßler, Abédi Pelé oder Martin Max schwärmen noch heute in höchsten Tönen von einem Mann, der sein Herz auf der Zunge trug. „Ich wechsle erst, wenn dem Spieler das Bein abfällt“, reagierte Lorant einst genervt in seiner für sich urtypischen Art auf die Nachfrage eines Journalisten und schuf einen weiteren grandiosen Moment in der Bundesliga-Geschichte. Einen zweiten Werner Lorant wird es nie mehr geben, Ruhe in Frieden.

Werner Lorant: Seine Trainerstationen im Überblick

Jahre Verein
1984-1986 SV Heidingsfeld
1986-1990 1. FC Schweinfurt 05
1990-1992 Viktoria Aschaffenburg
1992-2001 TSV 1860 München
2002 Fenerbahçe Istanbul
2002-2003 LR Ahlen
2003-2004 Incheon United
2005 APOEL Nikosia
2005-2006 Sivasspor
2006 Saipa Teheran
2006-2007 Kayseri Erciyesspor
2007 SpVgg Unterhaching
2007 Kasımpaşa Istanbul
2008 Liaoning Hongyun
2008 SV ATA Spor München
2008-2009 DAC Dunajská Streda
2012 DAC Dunjaská Streda

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