Nach zwei Jahrzehnten konnte der FC Arsenal mal wieder die Premier League gewinnen und hat nun die Chance auf den begehrten Pokal in der Königsklasse. Im Finale in Budapest kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem aktuellen Titelverteidiger Paris Saint-Germain. Die Pariser könnten die erst zweite Mannschaft überhaupt werden, die den Titel in der Champions League verteidigt.
Beide Teams spielen international eine beeindruckende Saison
Nach dem 5:0 Sieg gegen Inter Mailand im Finale aus der vorherigen Saison, marschierten die Franzosen erneut dominant bis ins Endspiel. Mit neun Siegen und zwei Remis ist PSG seit elf Spielen in der K.-o.-Phase ungeschlagen. Mit 44 Treffern in der diesjährigen Spielzeit, erzielten Dembele und Co. nur ein Tor weniger als der ewige Rekord in einer einzigen Saison.
Im Halbfinale konnte PSG den FC Bayern ausschalten, nachdem man zuvor den FC Chelsea, den FC Liverpool und die AS Monaco besiegte. Cheftrainer Luis Enrique hat die Champions League bereits zwei mal gewinnen können und weist mit 64% die höchste Siegquote aller Trainer mit mehr als 50 Spielen in der Königsklasse auf.
Kein Verein in der langjährigen Geschichte der Champions League hat mehr Spiele bestritten, ohne jemals die Trophäe gewonnen zu haben, als der FC Arsenal (225). Nach einer außergewöhnlich starken Saison, stehen die Gunners zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im Endspiel. Die Londoner sind als einziges Team in dieser Saison noch ungeschlagen und verloren weder in der Liga- noch in der K.o.-Phase.
Auf ihrem Weg ins Finale kassierte das englische Bollwerk gerade einmal sechs Gegentore. Mit insgesamt neun Spielen ohne Gegentreffer, stellte Arsenal den bisherigen Rekord ein. Die Truppe von Mikel Arteta wird auch diesmal den Fokus primär auf defensive Stabilität legen, auch wenn die Pariser Offensive nicht über die komplette Spielzeit auszuschalten ist.
Zwei unterschiedliche Ansätze mit demselben Ziel
Beide Mannschaften haben auf den ersten Blick eine komplett unterschiedliche Herangehensweise: Auf der einen Seite die unglaublich offensivstarken Franzosen, die jedem Gegner auf der Welt gefährlich werden können, auf der anderen Seite die kompakt verteidigenden Engländer, denen oft ein einziger Treffer zum Sieg reicht.
Das Pariser Offensiv-Trio um Doué, Dembelé und Kvaratskhelia hat offensiv nahezu alle Freiheiten, während die Flügelstürmer von Arsenal eher mannschaftsdienlich denken und auch mal den sicheren Pass zurück spielen. Die von Arteta taktisch bestens eingestellten Londoner, kassierten in dieser Saison in keinem Spiel mehr als zwei Gegentreffer – eine schier absurde Statistik.
PSG-Trainer Luis Enrique betonte auf der gestrigen Pressekonferenz, dass beide Teams grundsätzlich dieselbe Absicht verfolgen: „Sie sind ebenfalls eine sehr torgefährliche Mannschaft und wir verteidigen auch gut. Wir haben das gleiche Ziel, gehen aber unterschiedliche Wege.“
Der Spanier kennt den Kontrahenten bestens und überlässt nichts dem Zufall: „Es gibt immer Dinge, die man verfeinern kann, und genau das machen wir in unseren Einheiten. Ein Finale zu managen ist immer etwas Besonderes und man muss das Beste daraus machen.“
Für seinen Kontrahenten Mikel Arteta, handelt es sich um ein absolutes 50:50 Spiel. Nach dem langersehnten Meistertitel, könnte der Spanier mit einem Triumph in der Königsklasse, endgültig in die Historie eingehen. Im vergangenen Jahr scheiterten die Londoner im Halbfinale an PSG, nun kommt es zur großen Revanche. Der Faktor Spielglück habe laut dem Arsenal-Trainer im letzten Jahr eher bei den Franzosen gelegen: „Wenn ich mir die Spiele noch einmal anschaue, bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich gesehen habe. Wir Waren nah dran, hatten Pech, dass wir nicht ins Finale eingezogen sind. Morgen wird es sicher ein anderes Spiel.“
Voraussichtliche Aufstellungen
PSG:
Safonov – Zaïre-Emery, Marquinhos, Pacho, Mendes – Neves, Vitinha, Ruiz – Doué, Dembélé. Kvaratskhelia
FC Arsenal:
Raya – Mosquera, Saliba, Gabriel, Calafiori – Rice, Lewis-Skelly – Saka, Eze, Trossard – Gyökeres

