Als Mërgim Berisha im Sommer 2023 für rund 14 Millionen Euro vom FC Augsburg zur TSG Hoffenheim wechselte, waren die Erwartungen groß. Kein Wunder: In der Saison 2022/23 sammelte er 13 Scorerpunkte in nur 23 Einsätzen, debütierte im März 2023 für die deutsche Nationalmannschaft und schien bereit für den nächsten Schritt. Berisha war auf dem besten Weg, sich dauerhaft als Spitzenstürmer zu etablieren. Doch es kam anders…
Ein Start, der keiner war
Schon zu Beginn seiner Zeit im Kraichgau lief es für Berisha nicht rund. An den ersten zehn Spieltagen stand er zweimal gar nicht im Kader, in den übrigen Partien kam er fast ausschließlich als Joker zum Einsatz. Rhythmus, Vertrauen, Kontinuität – all das fehlte.
Im November 2023 folgte der nächste Rückschlag: Kreuzbandriss. 252 Tage Pause. Eine Verletzung, die Karrieren ausbremsen kann.
Rückkehr, Hoffnung – und der nächste Knick
Nach seiner Rückkehr startete Berisha einen neuen Anlauf. Zu Beginn der Saison 2024/25 sah es kurzzeitig besser aus: ein Tor nach fünf Spieltagen, dreimal in der Startelf. Es schien, als könnte er sich langsam zurückkämpfen.
Doch Ende November kam der erneute Bruch. Nicht durch eine Verletzung, sondern durch eine Suspendierung. Im Heimspiel gegen Werder Bremen sah Nsoki früh Rot, Hoffenheim stellte defensiv um. Ein Offensivspieler musste weichen – die Wahl fiel in der 27. Minute auf Berisha. Dass er damit nicht einverstanden war, machte er deutlich – direkt in dem Moment und anschließend in den Katakomben.
Zwar wurde er nach einer Entschuldigung zwei Wochen später wieder begnadigt, doch sportlich war der Zug da bereits abgefahren.
Keine Perspektive mehr in Hoffenheim
Eine echte Chance erhielt Berisha danach nicht mehr. Ein Tor, lange Verletzungszeiten und die Suspendierung waren den Verantwortlichen am Ende zu viel – oder sportlich zu wenig. Man plante ohne ihn.
Auch die zwischenzeitliche Leihe zurück nach Augsburg in der Rückrunde 2025 brachte keine Wende. Anhaltende Oberschenkelprobleme ließen lediglich zwei Kurzeinsätze mit insgesamt 38 Spielminuten zu. Zu wenig, um sich zu empfehlen. Zu wenig für Augsburg. Und zu wenig, um bei Hoffenheim noch einmal ein Thema zu werden.
Spätestens im Sommer 2025 war klar: Berisha spielt in den Planungen der TSG keine Rolle mehr. Ein neuer Verein fand sich dennoch nicht.
Neue Hoffnung auf dem Betzenberg
Am Deadline Day 2026 dann die Wende: Mërgim Berisha wechselt zum 1. FC Kaiserslautern. Die Roten Teufel reagierten damit auf die schwere Verletzung von Ivan Prtajin. Doch der Transfer war mehr als eine reine Notlösung.
Sportdirektor Marcel Klos stellte klar, dass man sich schon länger mit Berisha beschäftigt habe – unabhängig von der Verletzung. Ein wichtiges Signal an den Spieler: Vertrauen statt Mitleid.
Keine Ablöse, aber Vertrauen
Dass Kaiserslautern Berisha ablösefrei verpflichten konnte, zeigt, wie sehr Hoffenheim an einer Lösung interessiert war. Das hohe Gehalt verschwand von der Liste, gleichzeitig sicherte sich die TSG eine Weiterverkaufsbeteiligung von 20 Prozent.
Ein Zeichen dafür, dass man Berisha sportlich nicht abgeschrieben hat. Manchmal passt es einfach nicht zwischen Spieler und Verein – ohne dass einer von beiden grundsätzlich falsch liegt.
DENGOATZ meint:
Dieser Transfer ist eine klassische Win-Win-Situation:
Hoffenheim entlastet sich wirtschaftlich und sportlich, Kaiserslautern bekommt einen Stürmer mit Bundesliga-Erfahrung zum Nulltarif und Berisha erhält endlich wieder eine echte Bühne.
DENGOATZ-Prognose:
Wenn Berisha verletzungsfrei bleibt und das Vertrauen spürt, trauen wir ihm in der Rückrunde zehn Tore zu. Gelingt das, kann er für Kaiserslautern zum entscheidenden Faktor im Aufstiegskampf werden. Und sollte er seinen Wert nachhaltig steigern, profitieren am Ende sogar beide Klubs – sportlich wie wirtschaftlich.


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