Gnabry verletzt: Bayern in Sorge – und die WM plötzlich in Gefahr

Serge Gnabry verletzt am Boden im Bayern-Trikot – Ausfall beim FC Bayern und Auswirkungen auf die deutsche Nationalmannschaft

Der gebürtige Stuttgarter fällt mit einem Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel für den Rest der Saison aus. Ausgerechnet in der wichtigsten Phase der Saison, muss Vincent Kompany auf einen seiner zuverlässigsten Offensivspieler verzichten. Gnabry stand in dieser Saison in 37 von 46 möglichen Pflichtspielen auf dem Rasen. Auch in der Nationalmannschaft verpasste er keine der letzten acht Partien. Noch ist nicht abschließend geklärt, wie lange der Nationalspieler fehlen wird. Die Schätzungen reichen von zwei bis hin zu vier Monaten, was eine WM-Teilnahme Gnabrys eher unwahrscheinlich macht.

Gnabry spielt eine wichtige Rolle im System von Vincent Kompany

Gnabry spielte in dieser Saison eine seiner Besten im Bayerntrikot und befand sich seit Wochen in hervorragender Form. Kompany schätzt die Vielseitigkeit des 30-Jährigen, der in der Offensive alle vier Positionen im 4-2-3-1 bekleiden kann. Spätestens nach dem Ausfall von Jamal Musiala, war Gnabry nicht mehr aus der ersten Elf wegzudenken. Seine Verletzung kommt für den FC Bayern zur absoluten Unzeit. Die kommenden Partien im DFB-Pokal und der Champions League entscheiden, ob es eine gute oder sehr gute Saison für den Verein wird.

Gerade in den großen Spielen, wusste Gnabry zu überzeugen: Sowohl gegen Atalanta Bergamo als auch gegen Real Madrid war er direkt an Toren beteiligt und stellte die gegnerischen Defensivreihen durch seine Tiefenläufe immer wieder vor Probleme. Das Spielerprofil von Gnabry ist einzigartig. Der 30-Jährige kombiniert Dynamik, aggressives Pressingverhalten und Abschlussstärke auf einem internationalen Top-Niveau. Neben seinen fußballerischen Fähigkeiten ist der gestandene Offensiv-Allrounder wichtig für die Bayern-Kabine – ein nicht zu unterschätzender Faktor, der in der Öffentlichkeit oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Bayern kann sich keine weiteren Ausfälle erlauben

Lediglich Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz trugen in dieser Saison mehr Scorerpunkte bei als Gnabry. Zehn Tore und elf Vorlagen sprechen eine deutliche Sprache: Gnabry spielt die beste Saison seit der Spielzeit 2022/2023. Neben Gnabry müssen die Bayern aktuell auch auf Lennart Karl verzichten, der mit einer Muskelverletzung weiterhin ausfällt. Offensiv bleiben Vincent Kompany nicht viele Möglichkeiten zu rotieren. Die Bayern können sich glücklich schätzen, dass Jamal Musiala nach seiner Verletzung mehr und mehr zurück zu alter Form findet.

Personell hat Kompany mit Nicolas Jackson aktuell nur einen weiteren Offensivakteur zur Verfügung, der jedoch nicht ansatzweise die Flexibilität Gnabrys mitbringt. Jackson wurde als reiner Backup für Harry Kane verpflichtet und weist Mängel im Passspiel bzw. Dribbling auf.

Alternativ könnte Leon Goretzka auf der Zehnerposition beginnen, eine Rolle die er bereits aus der Nationalmannschaft kennt. Goretzka gilt als starker Box-to-Box-Spieler, der immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftaucht. Die Offensivreihe um Musiala, Olise, Díaz und Kane stellt sich nun bis Saisonende quasi von selbst auf – Verletzungen der genannten Spieler, könnten den Bayern im Endspurt das Genick brechen.

Gnabry ist in der Nationalmannschaft kaum zu ersetzen

Was für den FC Bayern gilt, gilt ebenso in der Nationalmannschaft: Es gibt keinen Offensivspieler mit einem vergleichbaren Profil. Bundestrainer Julian Nagelsmann muss bei der anstehenden Weltmeisterschaft mit großer Wahrscheinlichkeit auf einen seiner zuverlässigsten Spieler verzichten. In jedem der letzten acht Länderspiele stand Gnabry in der Startelf und steuerte dabei vier Tore und zwei Vorlagen bei. Es ist ein weiterer schwerer Rückschlag in der Länderspiel-Karriere Gnabrys: Die WM 2018 in Russland verpasste er aufgrund eines Muskelbündelrisses, bei der WM 2022 in Katar schied er mit der deutschen Nationalmannschaft bereits in der Vorrunde aus.

Im 4-2-3-1 System von Julian Nagelsmann, lief Gnabry in der Regel auf der zentralen Position hinter dem Stürmer auf. Gerade das Wechselspiel mit Nick Woltemade bzw. Kai Havertz funktionierte hervorragend, da Gnabry Tempo und Tiefgang vereint und nur sehr schwer zu greifen ist. Mit Kai Havertz, Jamal Musiala oder Deniz Undav stehen dem Bundestrainer hochkarätige Alternativen bereit, die die Position ebenfalls bekleiden könnten. Dies würde die Statik in der Offensive verändern, da keiner der Genannten das Tempo von Gnabry mitbringt.

Auf dem Platz könnte das 4-2-3-1 System nun deutlich sichtbarer werden, der zentrale Stürmer – nach den Aussagen des Bundestrainers wohl entweder Nick Woltemade oder Kai Havertz – besetzt primär das Sturmzentrum und bindet die gegnerischen Innenverteidiger. Dahinter haben aktuell Jamal Musiala, Florian Wirtz und Leroy Sané die besten Chancen, die offensive Dreierreihe zu bilden. Die individuelle Qualität der deutschen Auswahl ist auch ohne Gnabry auf Topniveau – trotzdem dürfte der mögliche Ausfall für Kopfschmerzen beim Bundestrainer sorgen.

Serge Gnabry: Seine bisherigen Karrierestationen

Zeitraum Verein
2012–2016 FC Arsenal
2015–2016 West Bromwich Albion (Leihe)
2016–2017 Werder Bremen
seit 2017 FC Bayern München
2017–2018 TSG 1899 Hoffenheim (Leihe)

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