Als Andreas Schicker im Sommer frühzeitig seine Hausaufgaben erledigt hatte, war das Urteil schnell gefällt: „Boah, der Schicker hat gekocht.“ Die TSG Hoffenheim schien auf dem Transfermarkt einen klaren Plan zu verfolgen, verstärkte den Kader gezielt und vermittelte früh das Gefühl, den eigenen Kader für die neue Saison bereits weitgehend zusammen zu haben. Besonders der Transfer von Nathan De Cat sorgte dabei für Aufsehen: Gerade einmal 17 Millionen Euro überwies Hoffenheim an den RSC Anderlecht – bei einem Marktwert von 27 Millionen Euro. Dazu verankerte die TSG eine Ausstiegsklausel über 70 Millionen Euro im Arbeitspapier des jungen Belgiers. De Cat gilt auf seiner Position als eines der größten Talente im Weltfußball. Ein Transfer, der auf dem Papier nach einem echten Coup aussah – und im Netz auch entsprechend gefeiert wurde. Insgesamt hat die TSG Hoffenheim 66,2 Millionen Euro ausgegeben und 72,95 Millionen Euro eingenommen.
Nach den ersten beiden Saisonspielen ist die Euphorie zumindest gedämpft. Auf die 2:3-Pleite zum Auftakt beim 1. FC Köln folgte eine bittere 2:3-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund. Am Samstag (12. September) wartet mit dem VfB Stuttgart bereits der nächste namhafte Gegner auf die Sinsheimer.
Trotz der frühen Kaderzusammenstellung und eines für die TSG ungewohnt ruhigen Transfersommers stellt sich nun die Frage: Waren die Transfers wirklich so stark wie zunächst angenommen?
DENGOATZ nimmt Schickers Transferperiode genauer unter die Lupe.
Mats Rots – Die Zukunft auf der linken Seite?
Der 20-jährige Niederländer kam für 12 Millionen Euro von Twente Enschede in den Kraichgau. Er soll die Konkurrenz für Bernardo erhöhen und den mittlerweile 31-jährigen Brasilianer mittelfristig als Stammkraft auf der linken Seite ablösen. Im ersten Saisonspiel beim 1. FC Köln erhielt Bernardo noch den Vorzug. Bei der Heimpremiere gegen Borussia Dortmund durfte Rots dann von Beginn an ran – und zeigte direkt, weshalb Andreas Schicker 12 Millionen Euro für ihn investierte.
Rots agierte selbstbewusst, defensiv stabil und setzte auch offensiv einige Akzente. In den Vorbereitungsspielen hatte TSG-Trainer Christian Ilzer noch ausprobiert, den Niederländer bei eigenem Ballbesitz ins zentrale Mittelfeld einrücken zu lassen. Eine Idee, die sich zumindest vorerst als nicht die richtige erwies: Auf der ungewohnten Position unterliefen dem Neuzugang einige einfache Ballverluste im Aufbauspiel. Zudem fehlte ihm dort jene Sicherheit am Ball, die es auf einer zentralen Position benötigt.
Gegen Dortmund kehrte Ilzer zur klassischen Variante zurück und setzte Rots als Linksverteidiger ein. Dort konnte sich der Niederländer voll auf seine Stärken konzentrieren – mit Erfolg.
DENGOATZ meint: Starke Linksverteidiger sind bekanntermaßen rar gesät. Junge und gleichzeitig talentierte Spieler auf dieser Position sind für einen Verein wie die TSG Hoffenheim deshalb nur schwer zu bekommen – und häufig unbezahlbar. Mit Mats Rots hat Andreas Schicker einen talentierten und finanziell realisierbaren Linksverteidiger gefunden, der der Bundesliga noch einiges zeigen dürfte.
Daghim der Touré-Ersatz, der keiner ist
Der schmerzhafteste Abgang der TSG in diesem Sommer war zweifellos Bazoumana Touré. Der Ivorer wechselte für 50 Millionen Euro in die Premier League zu Newcastle United. Bei einer solchen Ablösesumme muss ein Verein wie Hoffenheim, der auf Transfereinnahmen angewiesen ist, den Spieler letztlich ziehen lassen. Doch mit dem Verkauf stellte sich gleichzeitig die Frage: Wer soll Touré ersetzen?
Andreas Schicker machte daraus kein Geheimnis. Nach dem Abgang des Ivorers erklärte der Sportgeschäftsführer, dass er gezielt nach einem Spieler mit einem ähnlichen Profil suche. Eine einfache Aufgabe war das nicht. Schnelle, leichtfüßige Flügelspieler sind auf dem Transfermarkt begehrt – und entsprechend teuer.
Die Wahl fiel letztlich auf Adam Daghim von RB Salzburg. 13 Millionen Euro ließ sich die TSG den 20-jährigen Dänen kosten. Bundesliga-Erfahrung bringt Daghim bereits mit: In der vergangenen Saison lief er für den VfL Wolfsburg 30-mal auf und steuerte dabei zwei Tore und vier Vorlagen bei.
Doch hat Schicker mit Daghim tatsächlich einen adäquaten Ersatz für Touré gefunden?
Zumindest beim Tempo lautet die Antwort eindeutig: ja. Mit 35,86 km/h liegt Daghim nach zwei Spieltagen auf Platz zwei der Bundesliga-Top-Speed-Statistik. Lediglich Sheraldo Becker vom 1. FSV Mainz 05 war mit 36,58 km/h bislang schneller.
Noch interessanter wird der direkte Vergleich mit Touré aus der vergangenen Saison. Im direkten Vergleich der beiden Spieler erreichte Touré eine Höchstgeschwindigkeit von 35,98 km/h – Daghim kam sogar auf 36,32 km/h. In Sachen Höchsttempo hat Schicker damit zumindest einen Spieler gefunden, der seinem Vorgänger ebenbürtig ist. Beim Antritt besitzt Touré allerdings weiterhin Vorteile: Der kleine und extrem flinke Ivorer kommt schneller auf seine Endgeschwindigkeit.
Auch bei der Torgefahr deutet sich an, dass Daghim der TSG durchaus etwas geben kann. In seinen ersten drei Pflichtspielen für Hoffenheim kommt der 20-Jährige bereits auf ein Tor und eine Vorlage.
Trotzdem wäre es falsch, Daghim ausschließlich an Touré zu messen. Denn Daghim ist kein 1:1-Ersatz – und das muss er auch gar nicht sein. Er bringt ein ähnliches Grundprofil mit, ist aber gleichzeitig ein anderer Spielertyp als sein Vorgänger auf der linken Außenbahn. Genau diese Unterschiede machen den Transfer interessant. Bereits in den ersten beiden Saisonspielen gegen Köln und Dortmund war zu erkennen, welche Bedeutung Daghim für das Spiel der TSG bekommen kann. Der Neuzugang bringt Tempo, sucht das direkte Duell und kann mit seiner Dynamik Räume öffnen.
DENGOATZ meint: Daghim wird Touré nicht einfach kopieren können – und das ist auch nicht der Anspruch. Schicker hat keinen zweiten Touré verpflichtet, sondern einen Spieler, der ähnliche Stärken mitbringt und gleichzeitig eigene Qualitäten besitzt. Nach den ersten Auftritten spricht einiges dafür, dass die TSG auf der linken Außenbahn nicht nur einen Ersatz, sondern eine neue Option gefunden hat.
Wimmer mehr als ein Durchschnittsspieler?
Patrick Wimmer kam für 10 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg und ist damit nach Daghim bereits der zweite Spieler, der in der vergangenen Saison bei den Wölfen unter Vertrag stand. Der 25-Jährige kennt Christian Ilzer bereits aus dessen früherer Station bei Austria Wien. Die Österreich-Connection dürfte bei der Entscheidung für die TSG sicherlich eine Rolle gespielt haben, was Wimmer auch unmittelbar bestätigte
Ilzer und Schicker wissen also ziemlich genau, was sie von Patrick Wimmer bekommen können. In der ersten Runde des DFB-Pokals zeigte der Österreicher direkt, was in ihm steckt: Gegen Erzgebirge Aue erzielte Wimmer zwei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Mit drei Scorerpunkten war der offensive Mittelfeldspieler der Mann des Spiels.
In der Bundesliga wartet Wimmer dagegen noch auf seine erste Torbeteiligung. Zwar zeigt er sich engagiert und bemüht, den Unterschied konnte er in den ersten beiden Partien allerdings noch nicht machen.
DENGOATZ meint: Patrick Wimmer hat das Talent und die Einstellung, um mehr als ein durchschnittlicher Bundesligaspieler zu werden. Dafür muss der Österreicher allerdings häufiger auf dem Scorerboard auftauchen – so wie bereits im DFB-Pokal. Vor allem wenn Spieler wie Asllani und Kramarić wieder fit sind, dürfte der Konkurrenzkampf in der Offensive noch einmal deutlich zunehmen. Dann könnte auch für Wimmer häufiger der Platz auf der Bank drohen. Die Zeit bei der TSG könnte für Patrick Wimmer eine richtungsweisende werden.
Conté bringt Unbekümmertheit mit
Ein Leih-Rückkehrer ist Bambasé Conté, der in der vergangenen Saison an den SV Elversberg verliehen war. Mit den Saarländern hat die TSG in der jüngeren Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht. Auch Fisnik Asllani schaffte beim SVE den Durchbruch. Conté kam in der vergangenen Zweitligasaison immerhin auf zehn Scorerpunkte – vier Tore und sechs Vorlagen – in 25 Spielen.
Beim Saisonauftakt in Köln zeigte der 23-Jährige direkt seine große Stärke: Unbekümmertheit. Conté hat einfach Bock auf den Ball und sucht im letzten Drittel gerne das direkte Duell. Gegen den 1. FC Köln wurde sein Mut gleich doppelt belohnt: mit einer Vorlage und einem herausgeholten Elfmeter.
Nach seinem Startelfdebüt zum Auftakt musste sich der ehemalige U20-Nationalspieler gegen Borussia Dortmund zunächst mit der Jokerrolle begnügen. Angesichts der großen Konkurrenz in der Hoffenheimer Offensive könnte das in dieser Saison allerdings häufiger das Schicksal von Bambasé Conté werden.
DENGOATZ meint: Conté gibt Christian Ilzer eine weitere interessante Option für die Offensive. Der TSG-Trainer lobte den 23-Jährigen bereits mehrfach während der Vorbereitung. Mit seiner Unbekümmertheit und seiner Spielfreude im letzten Drittel bringt Conté genau jene Eigenschaften mit, die eine Offensive unberechenbarer machen können. Und wer weiß: Vielleicht löst er eines Tages sogar Andrej Kramarić als Fanliebling ab?
Cajetan Lenz – 10 Millionen für die Zukunft?
Ein Spieler im Kader der TSG, der vor allem mit Blick auf die Zukunft verpflichtet wurde, ist Cajetan Lenz. Doch 10 Millionen Euro für einen 20-Jährigen Perspektivspieler sind auch für die TSG Hoffenheim eine beachtliche Summe. Bei einer solchen Ablöse darf durchaus die Frage gestellt werden: Ist Lenz tatsächlich nur eine Investition für die Zukunft – oder muss er bereits jetzt den Anspruch haben, den Kader zu verstärken?
Auf seiner Position bekommt es der U21-Nationalspieler mit namhafter Konkurrenz zu tun. Leon Avdullahu, Wouter Burger und Nathan De Cat stehen aktuell in der Hierarchie vor ihm. Entsprechend deutlich fällt Lenz‘ bisherige Rolle aus: Spielzeit ist derzeit nur schwer zu bekommen.
Sollte sich daran in den kommenden Wochen wenig ändern, wäre auch ein Einsatz bei der zweiten Mannschaft in der 3. Liga eine mögliche Option, um dem 20-Jährigen wichtige Spielpraxis auf hohem Niveau zu geben. Für seine Entwicklung wäre regelmäßige Einsatzzeit vermutlich wertvoller als ein Platz auf der Bank der Profis.
DENGOATZ meint: In den Vorbereitungsspielen war bereits zu erkennen, dass Lenz noch etwas Zeit benötigt. Dem U21-Nationalspieler fehlt aktuell noch das gewisse Extra in seinem Spiel, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Gleichzeitig bringt er mit gerade einmal 20 Jahren noch reichlich Entwicklungspotenzial mit. Mit Leon Avdullahu hat Lenz zudem einen Mitspieler auf seiner Position, von dem er sich einiges abschauen kann.
De Cat – Ein Talent, das eine Position braucht
Einer der spektakulärsten Transfers des Sommers war zweifellos Nathan De Cat. Zahlreiche Topklubs waren am damals 17-Jährigen interessiert, darunter auch Borussia Dortmund. Dass sich der Belgier letztlich für die TSG Hoffenheim entschied, kam für viele überraschend. Doch genau das passt zu De Cat: Der mittlerweile 18-Jährige möchte sich in einem ruhigen Umfeld entwickeln und nicht – wie schon so manches Talent bei einem europäischen Topklub – auf der Bank versauern. Die starke Vorsaison der TSG und die damit verbundene Teilnahme an der Europa League dürften bei seiner Entscheidung ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Die gute Arbeit von Schicker und Ilzer scheint sich mittlerweile auch über die Bundesliga hinaus herumgesprochen zu haben.
De Cat unterschrieb in Hoffenheim einen Vertrag bis 2031. Die TSG sicherte sich zudem eine Ausstiegsklausel in Höhe von 70 Millionen Euro. Für einen Spieler, der gerade einmal 18 Jahre alt ist, durchaus ein bemerkenswertes Paket.
In der Vorbereitung bekam De Cat zunächst genau das, was ihm bei seiner Entscheidung für Hoffenheim offenbar versprochen wurde: Spielzeit. Der ehemalige Anderlecht-Spieler, der in der vergangenen Saison satte 46 Pflichtspiele absolvierte, stand in nahezu jedem Testspiel von Beginn an auf dem Platz. Auch in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Erzgebirge Aue gehörte De Cat zur Startelf und bereitete Wimmers 1:0-Treffer mit einem sehenswerten Zuspiel vor.
In der Bundesliga änderte sich seine Rolle allerdings. Sowohl in Köln als auch gegen Borussia Dortmund saß De Cat zunächst auf der Bank und wurde erst im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt. Beim Auftakt in Köln erwischte er dabei einen unglücklichen Start: Im Laufduell mit Linton Maina zog De Cat den Kürzeren und war damit zumindest teilweise am 2:2-Ausgleich der Kölner beteiligt. Gegen den BVB wirkte der Belgier bereits deutlich besser ins Spiel integriert.
Doch damit kommen wir zum eigentlichen Problem: Wo genau soll De Cat bei der TSG spielen? Mit Leon Avdullahu und Wouter Burger gibt es im zentralen Mittelfeld bereits zwei Spieler, die aktuell vor dem Belgier stehen. Gleichzeitig scheint De Cat seine größten Stärken genau dort zu haben, wo Hoffenheim bereits gut besetzt ist. Sein Talent steht außer Frage – die passende Rolle im System muss Ilzer allerdings noch finden.
DENGOATZ meint: Mit Avdullahu und Burger hat De Cat auf seiner bevorzugten Position starke Konkurrenz. Gleichzeitig bringt der Belgier eine bemerkenswerte Ruhe am Ball, Spielintelligenz und technische Qualität mit. Früher oder später wird Christian Ilzer eine Position finden müssen, auf der De Cat seine Genialität regelmäßig einbringen kann, denn ein Talent dieser Größenordnung setzt man nicht für 17 Millionen Euro auf die Bank – man baut es auf. Gelingt es der TSG, die richtige Rolle für De Cat zu finden, dürfte der 18-Jährige noch für einige Schlagzeilen sorgen. An Nathan De Cat werden die TSG Hoffenheim und die Bundesliga noch sehr viel Freude haben!
Fisnik Asllani bleibt – Glücksfall mit Fragezeichen
Fisnik Asllani könnte man durchaus als gefühlten Neuzugang bezeichnen. Der Stürmer stand eigentlich vor einem sicheren Abschied, die TSG plante ihre Saison bereits ohne ihren besten Angreifer. Der Wechsel zu RB Leipzig schien nur noch Formsache – bis der Medizincheck den Transfer platzen ließ.
Schicker und Co. hatten die erwarteten Einnahmen von rund 25 bis 30 Millionen Euro offenbar bereits einkalkuliert. Umso größer dürfte die Freude darüber gewesen sein, dass der Topstürmer nun doch in Sinsheim bleibt. Gleichzeitig verändert seine Rückkehr die Kaderplanung noch einmal deutlich. Sommer-Neuzugang Alessandro Vogt wurde nach Heidenheim verliehen – für den Stürmer war nun kein Platz mehr im Kader.
Allerdings ist Asllani noch nicht wieder dort angekommen, wo ihn die TSG gerne hätte. Vor dem dritten Spieltag gegen den VfB Stuttgart stand der 24-Jährige noch nicht einmal im Kader von Christian Ilzer. Der TSG-Trainer begründete die Entscheidung mit den wenigen Trainingseinheiten, die Asllani nach dem gescheiterten Transfer mit der Mannschaft absolvieren konnte.
DENGOATZ meint: Ein Fisnik Asllani in der Form der vergangenen Saison würde nahezu jedem Bundesligisten helfen. Dass der Angreifer nach dem geplatzten Wechsel zunächst behutsam herangeführt wird, ist nachvollziehbar. Trotzdem bleibt ein gewisses Fragezeichen. Schließlich hätte Asllani bei einem erfolgreichen Wechsel zu RB Leipzig ebenfalls nur wenige gemeinsame Trainingseinheiten mit seinen neuen Mitspielern absolviert. Ob der fehlende Rhythmus tatsächlich der einzige Grund für seine Nichtberücksichtigung ist, lässt sich von außen nicht beurteilen. Auch deshalb wäre es unseriös, über mögliche Erkenntnisse aus dem Leipziger Medizincheck zu spekulieren. Klar ist dagegen: Findet Asllani zu seiner Form aus der vergangenen Saison zurück, ist sein Verbleib bei der TSG ein echter Glücksfall.
Fazit: Schicker hat gekocht – aber der Geschmackstest steht noch aus
66,2 Millionen Euro ausgegeben, 72,95 Millionen Euro eingenommen und den Kader dabei gezielt verjüngt und verstärkt. Rein finanziell gibt es an Andreas Schickers Transfersommer wenig auszusetzen. Die TSG Hoffenheim hat ihren Kader früh zusammengestellt, wichtige Spieler gehalten und gleichzeitig einige interessante Talente an den Kraichgau gelotst.
Doch genau hier liegt der Unterschied zwischen einer guten Transferperiode auf dem Papier und einer tatsächlich erfolgreichen Saison. Nach zwei Bundesliga-Spielen stehen für die TSG zwei Niederlagen zu Buche. Die neuen Spieler konnten dabei durchaus erste Akzente setzen, eine echte Bewertung ist nach so kurzer Zeit allerdings noch nicht möglich.
Mats Rots zeigte gegen den BVB, warum er als langfristige Lösung für die linke Seite verpflichtet wurde. Adam Daghim bringt Tempo und Dynamik mit und hat bereits erste Scorerpunkte gesammelt. Patrick Wimmer überzeugte im DFB-Pokal, muss seine Qualitäten in der Bundesliga aber noch konstanter zeigen. Bambasé Conté bringt eine erfrischende Unbekümmertheit in die Offensive, während bei Nathan De Cat vor allem die Frage nach der richtigen Rolle und der nötigen Entwicklung im Raum steht. Cajetan Lenz ist ein Perspektivspieler für die Zukunft, der noch Zeit benötigt.
Und dann wäre da noch Fisnik Asllani. Eigentlich bereits verkauft, ist der Angreifer plötzlich wieder Teil der Kaderplanung – und könnte sich, wenn er zu seiner Form der vergangenen Saison zurückfindet, als vielleicht größter „Neuzugang“ überhaupt herausstellen.
Was bleibt also von „Boah, der Schicker hat gekocht“? Zum jetzigen Zeitpunkt: einiges. Schicker hat früh gehandelt, interessante Profile verpflichtet und dabei finanziell keineswegs über die Stränge geschlagen. Gleichzeitig wurde der Kader vielleicht tatsächlich etwas zu früh zum Gewinner des Transfersommers erklärt. Denn die entscheidende Frage wird nicht sein, wie gut Schickers Transfers auf dem Papier aussehen, sondern wie viele von ihnen der TSG tatsächlich auf dem Platz helfen.
Nach zwei Spieltagen wäre es vermessen, Schickers Arbeit bereits zu bewerten. Der erste Eindruck macht jedoch Lust auf mehr. Der Geschmackstest steht noch aus.

